Viele Mütter erkennen in der ersten Zeit mit Kind, dass sie keine Lust mehr auf ihre bisherige Festanstellung haben und sich selbständig machen möchten. Doch wie schafft man neben allen anderen Verpflichtungen den Übergang? So dass weder die Kinder, die Partnerschaft, noch man selbst zu kurz kommen?

 

AndreaGiesler

Struktur Strategin und Coach Andrea Giesler ist selbst eine Mutter im Übergang zur Selbständigkeit und gibt hier Tipps aus ihrem eigenen Leben. Andrea hilft kreativen Menschen und Selbstständigen dabei, ihre Strategie und die Prozesse in den Griff zu bekommen, so dass sie wieder mehr Zeit mit ihrer kreativen Arbeit verbringen können.

„Du, wie machst Du das überhaupt?“

Das wurde und werde ich in der letzten Zeit immer wieder gefragt. Am Anfang habe ich noch etwas gestutzt. „Wieso jetzt? Was mache ich denn?“ Sarah schaute ein wenig ungläubig. „Na, das alles. Mir reichen bereits meine Kinder. Da habe ich gar keine Zeit mehr für etwas anderes. Und jetzt noch Deine Selbstständigkeit.“

Hmm, Sarah hatte Recht. Ich habe schon eine ganze Reihe an „Verpflichtungen“. Meine Tochter, unsere Hunde, Katzen und diverse Pflegetiere vom Tierschutz, meinen Job (30 Stunden pro Woche)… Jetzt noch der Blog, die Selbstständigkeit, die Fortbildungen dafür. Ja, wie mache ich das alles überhaupt?!

Weißt Du, Sarah, das ist alles eigentlich nur eine Frage der Organisation. Na ja. Und man sollte sich wohl nur die Themen auf die Fahne schreiben, die einem wirklich Spaß machen.

Heute gebe ich Dir einen Einblick „hinter die Kulissen“ von AndreaGiesler.de. Um Dir zu zeigen, was machbar ist. Und um Dich zu ermutigen, diesen Weg – wenn er der richtige für Dich ist – ebenfalls zu gehen. Das Ganze ist kein Hexenwerk. Es hat vielmehr mit guter Organisation und dem unbedingten Willen etwas zu bewegen zu tun.

 

Mein Weg in die Selbständigkeit 

Nach der Geburt meiner Tochter fing ich gedanklich damit an, mich mit dem Thema Selbstverwirklichung und dadurch auch mit meiner Selbstständigkeit zu beschäftigen. In der Elternzeit trainierte ich meine kleinen, grauen Zellen, indem ich mich mit Webseitenerstellung und WordPress fit machte. Hinzu kamen Themen rund um online Marketing, einen Markt finden, Bedarf ermitteln, Austausch mit (potentiellen) Kunden…

Ich habe eine ganze Zeit lang gewälzt, was mich mit meinen Stärken ausmacht. Habe abgeglichen, was der Markt, also meine Kunden, benötigt. Und habe die „Schnittmenge“ ermittelt. Das Ergebnis ist AndreaGiesler.de – eine Strategie- und Strukturberatung für kreative Menschen und Selbstständige. Mit diesem Angebot und meiner Seite bin ich seit Mitte 2014 am Markt.

Meine Beratungs- und Bürozeiten lege ich – der Vereinbarkeit mit Job und Familie wegen – in den Abend.

Die meisten Kundinnen sind froh, dass ich meine Termine um 20 Uhr anbiete. Viele benötigen eine Beratung, um sich nebenbei selbstständig zu machen. Oder sie sind bereits selbstständig und erobern jetzt den online Markt. Da ist der Tagesablauf häufig so voll, dass ein Abendtermin für beide Seiten gelegen kommt.

Nicht verschweigen möchte ich, dass Du, ich, wir alle bei so einer Vorgehensweise aufpassen müssen. Nicht selten bremse ich inzwischen einen Teil meiner Kundinnen. Und auch ich musste mich etwas bremsen und noch einmal die Strategiebrille für mein eigenes Geschäft anziehen.

Die Gefahr besteht, zu arbeiten, zu arbeiten, zu arbeiten und sich im Gewühl zu verlieren. Du wirst müde, hast das Gefühl nichts zu schaffen und nicht schnell genug vom Fleck zu kommen.

In solchen Momenten lege ich eine Pause ein, betrachte und schärfe meine eigene Strategie und – für mich persönlich inzwischen eine echte Hilfe – ich meditiere.

So, jetzt habe ich bereits einiges von mir und meiner Vorgehensweise mitgeteilt. Hier kommt noch eine Reihe von Tipps, wie Du es schaffen kannst als Mama Deine Familie, Deine Selbstständigkeit UND Dein Leben (ja, ich weiß, das IST viel!) unter einen Hut zu bekommen:

 

7 Tipps für den Übergang in Deine Selbstständigkeit

 

  • Setze Prioritäten

Zunächst solltest Du Dir im Klaren darüber sein, was Dir wichtig ist. Dein Leben besteht aus mehreren „Säulen“.

Vermutlich ist Dir Deine Familie wichtig. Daneben gibt es die Aspekte Freizeit und Gesundheit. Und Deine Karriere liegt Dir auch am Herzen, sonst würdest Du nicht Mama Revolution lesen und Dir von Sandra auf den richtigen Weg helfen lassen.

Alles zusammen genommen ist ganz schön viel, oder? Deswegen musst Du Dir überlegen, in welchem Bereich zumindest phasenweise Deine Priorität liegt.

Ein Beispiel: Du schaust gern fern. Abends um 20 Uhr ist endlich Deine Zeit gekommen. Du klickst Dich durchs Programm und schaltest ab. Bist Du bereit, das zu opfern? Das einzutauschen gegen Weiterbildungen, Coachings, Zeit für Deine Selbstständigkeit?

Frag Dich das ganz ehrlich. Selbstbetrug bringt Dich nicht weiter.

Was möchtest Du so gerne verwirklichen, dass es Dir relativ leicht fällt in anderen Bereichen einen zeitweiligen Verzicht zu akzeptieren?

 

  •  Sag Nein!

In der Einleitung habe ich es bereits gesagt: Ich verpflichte mich nur den Dingen, die mir Spaß machen. Ja, ok, wir leben nicht in einer Spaßgesellschaft. Das Essen muss auf den Tisch. Meine Tiere wollen versorgt werden. Es läuft nicht immer alles rund. Aber, hey, ich habe mir das alles so ausgesucht oder dem zugestimmt.

Und bei allem, wirklich allem, was an Dich herangetragen wird solltest Du Dir auch überlegen, ob Du dahinter stehst und mitziehen willst. Und nicht nur bei den „großen“ Dingen im Leben gilt das.

Eine Freundin möchte, dass Du ihr hilfst, ihren Laden zu dekorieren und Werbung für die Neueröffnung zu machen. Du kannst das doch so gut. Dumm nur, dass das mit Deinem bereits seit längerem geplanten Termin für ein Coaching zusammen fällt.

Immer, wenn Du um etwas gebeten wirst, lege eine Pause ein. Frage Dich kann und will ich das jetzt wirklich?

 

  • Lass Dir helfen

Deinem Kind geht es auch dann gut, wenn es mal von anderen betreut wird. Meine Tochter liebt es, ein Wochenende bei den Großeltern zu verbringen. Danach ist die Wiedersehensfreude bei Mami und ihr auch wieder groß 🙂

Auch in den Kindergarten geht mein großes Mädchen gerne.

Binde Deinen Partner mit in die Kinderbetreuung – und die Aufgaben im Haushalt – ein. Ihr leistet beide viel. Dann ist es auch angebracht die Aufgaben im Haus gemeinsam zu stemmen, um anschließend gemeinsam den Feierabend zu genießen.

Ein Netzwerk mit Freundinnen kann ebenfalls helfen: Heute kümmere ich mich um Deine und meine Tochter. Morgen Nachmittag übernimmst Du dann für mich.

Wichtig bei all dem: Frag um Hilfe. Nimm Hilfe an. Organisiere eigenständig etwas. Deine Freundin kommt vielleicht nicht von sich aus auf die Idee ihre Hilfe anzubieten. Wenn Du aber einen konkreten Plan aufstellst und ihr vorschlägst gegenseitig mal die Kinderbetreuung zu übernehmen, freut sie sich auch auf einen freien Nachmittag.

 

  • Delegiere

In Ergänzung zum ersten Punkt solltest Du hier darüber nachdenken, welche Aufgaben Du abgeben kannst. Hol Dir eine Putzfrau. Lass die Bügelwäsche erledigen. Gönne Dir für einen Nachmittag einen Babysitter.

 

  • Nimm eine Abkürzung

Ich habe mich immer sehr viel in die Themen eingearbeitet. Technik zum Beispiel liegt mir. Daran habe ich Spaß und möchte das auch selber verstehen und anwenden können.

Meine Internetseite oder meinen Podcast habe ich zum Beispiel komplett selbst erstellt und aufgebaut.

Trotzdem gibt viele Dinge, die ich nicht so gut kann. Ich könnte mich langwierig einarbeiten und viiieel Zeit investieren. Oder ich hole mir Experten dazu… Wäge ab, inwieweit eine Unterstützung für Dich in Frage kommt.

 

  • Freizeit, Pausen, Ausgleich

Viele von uns merken es bereits gar nicht mehr: Wie häufig sind wir schon nicht mehr an der Belastungsgrenze angekommen, sondern permanent ein Stück darüber hinaus… Bei all dem was Du erreichen möchtest und kannst, bleib realistisch.

Das Ganze ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Entsprechend solltest Du wie ein Marathonläufer Phasen der Hochleistung haben. Um Dir dann anschließend Ruhe und Auszeit für die Regeneration zu gönnen. Nur so bleiben Top-Performer auch über einen längeren Zeitraum top!

 

  • Strategie schlägt Taktik

Ein Profi-Tipp zum Schluss. Die meisten Menschen verlieren sich in der Taktik. So wird zum Beispiel die Internetseite erstellt. Stundenlang wird über das richtige Design, die Farbschemen, die richtige Größe von Buttons gegrübelt, diskutiert und anschließend wieder verworfen.

Du sparst Zeit, Geld und tonnenweise Nerven, wenn Du Dich vorher mit Deiner Strategie beschäftigst. Was möchtest Du erreichen? Was ist Dein Ziel? Erst anschließend geht es an das Wie.

Wenn ich Dir mit meinen 7 Tipps helfen konnte, dann empfehle ich Dir meinen kostenlosen 4-Tages-Kurs für MAMA Revolution Leserinnen: Plane Deine Zeit strategisch, überwinde Glaubenssätze, strukturiere Dich und hole mehr aus Deiner Zeit heraus. Für Dich, als Leserin der Mama Revolution, gibt es einen kostenlosen 4-Tages-Kurs, zu dem ich Dich gerne einlade. Hier geht’s zum Kurs. 

 

Jetzt würden Sandra und ich gerne mehr von Dir erfahren. Wie schaffst Du das alles? Wie organisierst Du Dich? Wir freuen uns über Deine Anregungen! Gerne beantworte ich Dir auch Deine Fragen. Bis gleich in den Kommentaren 🙂