Coaches, Therapeuten und Berater investieren viel Zeit, um von ihrem 1-zu-1 Business leben zu können. Doch außer Einzelsitzungen gibt es ungeahnte Einnahmequellen, die für einen erfüllenden Geldzufluss sorgen können. Deswegen hilft Christina Emmer (39), Mutter von zwei Kleinkindern,  Coaches ein profitables Geschäftsmodell zu finden. Mit ihrem Online-Programm “The Smart Coach” ist die Mompreneur des Monats erst kürzlich durchgestartet. Hier gibt sie super Tipps zur Online- und Offline-Vermarktung und erzählt von ihrem Leben als Mama, Ehefrau und Unternehmerin.

“Nach zweieinhalb Jahren war ich mit dem Thema „nur Kinder“ durch… ich musste wieder etwas tun, bei dem es nicht um Windeln oder Kinder bespaßen ging.”

 

MAMA Revolution: Wie stellst Du Dich und Dein Business einem Interessenten oder potentiellen Kunden vor?

Christina Emmer: Also ich habe da einen Elevator-Pitch entwickelt, der lautet: „Ich unterstütze Coaches darin, ein profitables Geschäftsmodell zu finden, das genau zu ihrem Potential und Lebensstil passt.“ Aber ganz ehrlich? Wenn ich mich jemandem vorstelle, sage ich: „Hallo, ich bin Christina Emmer.“

Und dann erzähle ich den Leuten nicht was ich tue, sondern ich frage sie danach, was sie tun. Dabei erfahre ich spannende Geschichten und es entsteht ein schönes Gespräch.

In einem meiner Lieblingsfilme „Erin Brockovich“ sagt Erins Chef zu ihr: „Jeder Mensch will seine Geschichte erzählen.“ Der Satz hat sich mir sofort eingeprägt, vor allem, weil ich das sehr gut nachvollziehen kann. Ich erzähle ja auch gerne Geschichten aus meinem Leben. Merkt man glaub ich in meinem Blog. Dort sollten die Geschichten natürlich einen Nutzen für meine Kunden haben.

Bei mir kommt es dann noch etwas darauf an, in welchem Kontext ich Menschen treffe und was ich dann über mich erzähle. Ich habe ja auch noch die Begabungsakademie. Die ist entstanden aus meiner ersten Ausrichtung als Coach vor ca. 5 Jahren: Coaching für Hochbegabte. Doch ich habe schnell gemerkt, dass ich mich nicht auf „die Probleme Hochbegabter“, wie sie ja in den Medien meist breitgetreten werden, einschränken will. Daher ist die Begabungsakademie ein Ort geworden, an dem es nicht um einen bestimmten IQ geht, sondern darum, die eigenen Begabungen und Talente auszuleben und sich auszuprobieren.

Mein größter Antrieb ist, wenn meine Klienten plötzlich aufleben, weil sie das tun, was sie wirklich wollen. Daher auch der Leitsatz meines Blogs: „Tu, was Du willst!“ Dort kommt alles, was ich mache und was mich ausmacht, zusammen.

 

MAMA Revolution: Was war der Schlüsselmoment, der Dich zur Gründung Deines aktuellen Business geführt hat?

Christina Emmer: Der Schlüsselmoment mmmh… also wenn ich bei „aktuellem Business“ an meine jetzige Ausrichtung als Coach und meinem Blog denke, dann war es der 16.08.2014. An diesem Wochenende hatten mein Mann und ich endlich (nach fast 5 Jahren) mal wieder mehrere Tage am Stück Urlaub alleine, ohne Kinder.

Wir haben uns in einem netten Schloßhotel in Österreich eingemietet und die Zweisamkeit genossen. Viel geredet. In Ruhe. Viele Pläne geschmiedet.

“Nach circa 2 Jahren Suche, was denn nun meine konkrete Ausrichtung als Coach sein könnte, war es plötzlich da!”

3 Tage später hatte ich meinen Blog dementsprechend angepasst. Einen Monat später war das Konzept für mein erstes Onlineprogramm für Coaches fertig. Da war plötzlich eine enorme Energie, die mich angetrieben hat. Wow.

Die Begabungsakademie habe ich im Januar 2013 gegründet. Der Schlüsselmoment dafür war um die Zeit herum, als meine Tochter 2 und mein Sohn ca. 6 Monate alt war. Ich hatte mir vorgenommen, mir pro Kind 3 Jahre Zeit zu nehmen, das wären dann insgesamt 4 ½ Jahre.Nach zweieinhalb Jahren war ich mit dem Thema „nur Kinder“ durch… ich musste wieder etwas tun, bei dem es nicht um Windeln oder Kinder bespaßen ging. Ein halbes Jahr später gründete ich also in München die Begabungsakademie. 🙂

 

MAMA Revolution: Wer ist Dein idealer Kunde und wie hast Du das herausgefunden?

Christina Emmer: Über meine ideale Kundin existiert ein 6 seitiges Profil, das ich entwickelt habe in der B-School von Marie Forleo. Sie nennt es ICA – Ideal Costumer Avatar. Ein geniales Tool, das ich schon vielen weiterempfohlen habe.

Marie Forleo lehrt das nicht nur, sie lebt es auch vor. Ich entspreche wohl sehr ihrem ICA, denn wenn ich ihren Newsletter bekomme, denke ich oft „das hat sie jetzt nur mir geschickt, oder? Das gibt’s ja gar nicht, dass das noch auf andere Menschen passt!“ In Wahrheit geht es über 10.000 anderen ihrer Abonnenten wohl genauso. Das macht der Fokus auf den ICA.Ich versuche das gerade immer mehr zu verbessern.

Wenn ich also einen Blogartikel schreibe, dann ist er für

  • Susanne, 38, selbständig, Coach, wohnhaft in einem netten Häuschen in einer kleineren Stadt.
  • Sie hat einen Mann, einen Hund, viele Hobbys, ist sehr intelligent und bildet sich häufig fort. Sie lernt gerne und schnell und ihr liegt was daran, die Welt ein wenig besser zu machen.
  • Susanne  glaubt daran, dass es in ihrer Hand liegt, etwas aus ihrem Leben zu machen und manchmal hat sie auch Angst, dass sie nicht erfolgreich genug ist.
  • Sie möchte ja auch bald mal Kinder haben und macht sich ein wenig Sorgen darum, wie sie das dann unter einen Hut bekommt.
  • In mich als Coach setzt Susanne die Hoffnung, dass ihr helfen kann, dafür eine Lösung zu finden und sie auf ihrem Weg zu bestärken.

Seitdem ich so mit Susanne kommuniziere, fühlen sich viel mehr Menschen persönlich angesprochen, als vorher, wo ich meine Worte noch an „alle“ gerichtet hab.

 

MAMA Revolution: Du hast vor kurzem Dein erstes Online-Coaching-Programm veröffentlicht und befindest Dich gerade in einer sehr erfolgreichen Testphase. Was bietest Du an und welche Schritte hast Du unternommen, um diesen erfolgreichen Launch zu schaffen?

Christina Emmer: In dem Online-Coachingprogramm „The Smart Coach“ biete ich Coaches an, einen Weg aus der Dienstleisterfalle, auch Zeit-gegen-Geld-Falle genannt, zu finden, indem sie innerhalb des Programms herausfinden, was genau in ihr Leben passen würde und welche Ressourcen bereits da sind, um ein skalierbares Geschäftsmodell zu schaffen.

Skalierbar bedeutet beliebig oft vervielfältigbar. Wie eBooks zum Beispiel.

“Doch es gibt noch weit mehr Möglichkeiten als eBooks oder Webinare.”

Mit 6 Modulen, die aufeinander aufbauen, führe ich die Teilnehmer durch einen Prozess, der im Innen, also bei der eigenen Identität und Lebensplanung anfängt. Nur wenn das sehr klar ist, ist es möglich ein Modell zu finden, das dem eigenen Leben nicht übergestülpt, sondern darin eingepasst wird.

Die Schritte, wie das Programm entstanden ist, habe ich in meinem Blogartikel „5 Schritte auf dem Weg zum ersten eigenen Coachingprogramm“ beschrieben.

Besonders wichtig war dabei für mich die Unterstützung einiger Menschen, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und ich habe von einem Netzwerk profitiert, das ich mir in den letzten 2 Jahren aufgebaut habe. Auf Facebook, etc., aber auch durch Fortbildungen und Veranstaltungen im „realen Leben“.

 

MAMA Revolution: Was sind die drei wichtigsten Aha-Momente, die Du in Deinem neuen Business bisher hattest?

Christina Emmer:

  • Wow, was abgeht, wenn man selbst klar darin ist, was man will.
  • Manchmal bin ich immer noch überrascht, wie viel Neues ich jeden Tag lernen kann!
  • Huch, ich brauch ja auch mal Pausen! 😉

 

MAMA Revolution: Wie gehst Du mit Selbstzweifeln oder Rückschlägen um?

Christina Emmer: Selbstzweifel? Ich? Spaß bei Seite, natürlich habe ich auch Rückschläge erlebt und ja, manchmal haben diese Rückschläge auch echte Zweifel in mir ausgelöst, ob es sich überhaupt lohnt, weiterzumachen.

In meinem Fall geht es oft darum, ob es sich wirklich lohnen kann, meiner Vision, meinem Lebenstraum zu folgen. Ich hab dann andere Menschen in meinem Umfeld erlebt, die Karriere gemacht haben in Festanstellungen und schneller viel mehr verdient haben als ich. Da dachte ich oft: Mensch, ich such mir jetzt einen Job und lasse diese ganze Selbstverwirklichungssache einfach.

Gleichzeitig kam ich mir dabei dann fast verräterisch vor. Einerseits mir gegenüber, doch vor allem auch einigen Menschen, die immer an mich geglaubt haben. Das hat mir ganz oft Antrieb gegeben, es doch noch einmal… und noch einmal… und noch einmal zu versuchen. Bis es funktioniert hat.

“Das Glücksgefühl, das sich eingestellt hat, als die ersten Teilnehmer mein Online-Coachingprogramm gebucht haben… es war unbeschreiblich!”

Als es dann 4 Tage später ausgebucht war, da bin ich fast ausgeflippt vor Freude. Und ich hab geheult vor Glück. Hab damit wohl auch all den Frust raus gelassen über die Mühen. Meine Freude hatte ich an dem Tag auf facebook gepostet und ich bekam 182 Likes dafür. Die Energy kam wohl rüber. 🙂

 

MAMA Revolution: Wie vermarktest Du Dich online und offline?

Christina Emmer: Ich netzwerke. Das bedeutet für mich, ich gebe erst mal ganz viel, bevor ich etwas erwarte. Ich habe eine Facebook-Strategie und in der Begabungsakademie finden immer mal wieder tolle Events statt, bei denen ich viele Menschen live kennenlerne. Sind das Non-Profit-Events, stelle ich meinen Raum kostenlos zur Verfügung. Ich gebe.

Aus meiner NLP Ausbildung ist eines der tollsten Netzwerke entstanden, das ich kenne, doch all das funktioniert nur, wenn man bereit ist, aktiv für andere da zu sein. Als ich selbst begonnen habe, mich für’s Bloggen zu interessieren, habe ich andere Blogs kommentiert und auch in diesem Umfeld habe ich tolle Menschen, zum Beispiel Dich Sandra, kennengelernt.

Über meinen Blog biete ich Menschen mein Wissen kostenlos an. Wer gerne mein Ebook haben möchte, bekommt auch das kostenlos für die Eintragung in den Newsletter.

Doch der Schlüssel zu allem Erfolg steckt für mich letztlich in einem Wort. Egal was ich tue, ich tue es, damit Menschen merken, dass sie mir vertrauen können. Vertrauen ist das Zauberwort. 🙂

 

MAMA Revolution: Was sind Deine wichtigsten Tipps für andere Mamas, die mit ihrem Business in der Online-Welt Fuß fassen wollen?

Christina Emmer: Liebe Mamas da draußen. 1. Hört auf, Euch gegenseitig zu tyrannisieren, damit wer den besseren Lebensstil mit Kindern hat. 2. Verbündet Euch.

Eine meiner größten Hürden als Mama liegt nicht im Außen, sondern im Innen – und zwar immer wieder: das schlechte Gewissen. Konkret: Ich werde nicht allen gerecht! Ganz übel.
Am besten komme ich damit klar, wenn ich mich mit anderen, nicht nur Mamas, dazu austausche. Und wenn wir Mamas besser zusammenhalten, wird es noch leichter.

Speziell die Online-Welt finde ich persönlich eine super Möglichkeit für Mamas, zeitlich unabhängiger zu arbeiten. Ob ich meinen Blogartikel oder das Onlinekursmodul vormittags oder abends um 22:00 Uhr erstelle… merkt ja keiner.

Auf WordPress gibt es so tolle Möglichkeiten. Meine Artikel gehen fast alle automatisiert raus. Ich stelle einen Tag und eine Uhrzeit ein und ein Artikel wird veröffentlicht und gleich auch auf facebook, google+ und twitter gepostet. 8 Stunden oder einen Tag später nochmal. Ich sitze derweil mit meinen Kindern am Spielplatz und alle denken, ich arbeite. *lach*

Naja, ganz so ist es auch wieder nicht, zur Zeit arbeite ich viel und darf auf genügend Schlaf achten. Doch Schritt für Schritt geht immer mehr automatisch. Ein Online-Business eröffnet so viele Möglichkeiten.

  • Softwaretipp hierzu von mir: SNAP – Social Network Auto Poster. Kostenlos werden die Post einmalig in verschiedene Netzwerke gepostet. Wer die Supervariante haben will, zahlt einmal 50 Dollar (ein Spottpreis für die Arbeit, die mir täglich abgenommen wird) und kann dann genau einstellen, wann, wo, welche Posts eingestellt werden und wie oft. Die Einrichtung ist nicht so leicht, doch zu schaffen, wenn man den vorhandenen Schritt-für-Schritt-Anleitungen folgt.

 

MAMA Revolution: Was ist momentan die größte Herausforderung für Dich, um Familie und Business machbar zu vereinen und welche Lösungen funktionieren für Dich am besten?

Christina Emmer: Die größte Herausforderung ist die Zeit. Ich bin grad so begeistert von dem was ich tue und hab so viele Ideen, dass ich auch 12 Stunden pro Tag arbeiten könnte. Ich habe glücklicherweise einen Mann, der mich sehr unterstützt. Zusätzlich haben wir allerdings ein tolles Netzwerk aufgebaut, das uns sehr trägt.

“Wir haben eine Putzfrau, die 2 mal pro Woche putzt und die Wäsche zusammenlegt – ein Engel!”

Außerdem haben wir uns, als ich zum zweiten Mal schwanger war, ein AuPair Mädchen aus Portugal geholt. Ein AuPair bekommt normalerweise 260 Euro Taschengeld + 40 Euro Krankenversicherung. Dafür bekommen wir 30 Stunden Kinderbetreuung in der Woche.

Als mein Sohn zur Welt kam, war meine Tochter erst 18 Monate alt. Da war ich wirklich froh, so viel Hilfe zu haben. Und mein Mann und ich hatten auch von Anfang an beschlossen, uns das Ganze so leicht zu machen wie es eben geht. Viele Mütter die ich kenne sagen, ach was, das schafft man doch auch alleine! Stimmt, muss man aber nicht. Danke an dieser Stelle an unser AuPair Beatriz. Du bist ein Teil dieser Familie geworden.

Außerdem würde ich diese Stelle gerne nutzen, um ein großes, großes Dankeschön an Oma und Opa aus Niederbayern zu richten. Ohne sie wären wir oft aufgeschmissen! Danke Euch von Herzen!

 

MAMA Revolution: Wie soll die Welt aussehen, wenn Deine Kinder groß?

Christina Emmer: Meine Tochter würde jetzt empört sagen: Aber ich bin doch schon groß! Ehrlich gesagt, mache ich mir darüber nicht so viele Gedanken, denn ich empfinde die Welt als perfekt, so wie sie ist. Die Welt ist ein Abbild unseres Inneren. Wie innen, so außen. Wir können nichts erschaffen, was nicht vorher in uns selbst ist. Die ganzen Kriege, etc. sind lediglich ein Spiegel der Kriege in den Menschen selbst.

Wenn ich romantisch drauf bin, wünsche ich mir natürlich auch mehr Frieden und Liebe auf der Welt. Doch realistisch gesehen, dürfen wir Frieden und Liebe erst einmal in uns selbst herstellen, sonst wird das nix mit dem Weltfrieden im Außen. Bis es soweit ist, erleben wir Menschen das, was wir erleben sollen.

Wir haben uns diese Welt so geschaffen, weil wir sie brauchen, um zu wachsen. Ich glaube an das Gute in den Menschen und dass wir auf unserem Weg sind. Das wird schon.

Einen Wunsch habe ich für meine Kinder und die neuen Generationen: Ich wünsche mir, dass sie – was Vertrauen angeht – noch (viel) mehr drauf haben als wir. Was ich bis jetzt mit meinen Kindern erlebe, sieht das ganz gut aus. 🙂 Und wir „Älteren“ dürfen weiter so gut wie möglich vorangehen.

Ich bin sehr stolz darauf, es bis hier in Deine Mompreneurin des Monats – Runde geschafft zu haben. Ich danke Dir nochmal für die Nominierung!

Und an alle Leser: Danke, dass Du bis hierher gelesen hast, Susanne! 😉

 

Jetzt würden Christina und ich (Sandra) gerne wissen, wie zufrieden Du mit Deinem jetzigen Geschäftsmodell bist. Arbeitest Du hauptsächlich in Einzelsitzungen, gibst Du Seminare, verkaufst Du Online-Produkte? Was sind Deine Wünsche für die Zukunft? Christina beantwortet Dir gerne Deine Fragen, um Dein Business noch profitabler zu machen.