Anita Niedersberger ist Mutter von 5 Kindern und baut sich seit zwei Jahren eine eigene Praxis als Familien-Mentorin, Mama-Coach und mediale Heilerin auf. Obwohl sie im Internet kaum aktiv ist, weder einen Blog hat, noch einen Newsletter verschickt, kommen regelmäßig neue Klienten zu ihr. Wie sie das macht, und wie sie Mütter bei den Themen Leben, Geburt und Verlust unterstützt, erzählt sie hier!

MAMA Revolution: Wer sind Deine Klienten und wobei hilfst Du ihnen?

Anita Niedersberger: Ich helfe meinen Klienten, vererbte Familienstrukturen aufzubrechen. So, dass sie sich von den negativen Prägungen vorangegangener Generationen lösen können, ihr Leben wieder spüren und ihre Selbstliebe erfahren. Das, was beispielsweise die eigene Großmutter im Krieg erlebt hat, kann unbewusst einen großen Einfluss haben. Das ist der Bereich der Heilarbeit.

Der zweite Bereich meiner Arbeit beinhaltet das Thema Schwangerschaft, Geburt, Tod und Verlust.

„Viele Frauen haben Ängste und zweifeln an ihren Fähigkeiten als Mutter. Diese Sorgen können sie teilweise durch die ganze Schwangerschaft und den Geburtsprozess begleiten.“

Darum ist es immer wichtig, zu hinterfragen, wie die eigene Geburt verlaufen ist. Wenn es Komplikationen gab, übertragen sich diese Sachen meistens auf die eigene Schwangerschaft und Geburt. Ich begleite sie zu Untersuchungen und helfe ihnen den bei der Auswahl des Geburtsortes und der Geburtsart.

Es kommen auch Frauen zu mir mit Wochenbettdepressionen, manche hatten Tod- oder Fehlgeburten oder andere traumatische Erlebnisse im Bereich Geburt und Schwangerschaft. Die Bandbreite in diesem Bereich ist sehr weit. Da ich viele dieser Erfahrungen selbst erlebt und gut verarbeitet habe, kann ich da eine einfühlsame und gute Stütze sein.

 

MAMA Revolution: Ursprünglich hast Du in einem ganz anderen Beruf gearbeitet. Was waren die Schlüsselmomente auf Deinem Weg zur Mentorin und Heilerin?

Anita Niedersberger: Ich habe das Gastgewerbe erlernt. Dieser Beruf hat mich nie erfüllt. Nach dem Tod meines ersten Mannes, mit dem ich zwei Kinder habe – Claudia (30) und Mathias (27) – habe ich zehn Jahre allein mit ihnen gelebt. Erst durch meinen jetzigen Partner Johan bin ich in Berührung mit Energetik und Spiritualität gekommen.

Ein wichtiger Schlüsselmoment ist die Geburt unseres ersten gemeinsamen Kindes Selina (9). Sie wurde drei Wochen vor dem errechneten Termin per Kaiserschnitt geholt, weil sie eine Fuß-Beckenendlage war. Probleme hatte es keine gegeben.

Jahre später ist mir klar geworden, dass ich bis zum errechneten Termin und auf die Wehen hätte warten können. Vieles regelt die Natur von selbst. So hatte es unsere Tochter in der ersten Zeit sehr schwer, auf dieser Erde anzukommen und auch heute noch manchmal.

Weitere Schlüsselerfahrungen sind die Verluste von drei Kindern noch während den Schwangerschaften.

„Als ich mit einem Kind in der 25. Woche zuhause einen Abgang hatte, machte ich eine Nahtod-Erfahrung.“

Meine Zeit war aber noch nicht abgelaufen und ich kam wieder zurück. Das Erlebnis war aber so stark, dass ich meinem Leben eine neue Richtung geben wollte. So bin ich zu den Ausbildungen als Familienmentorin, Mama-Coach und medialen Heilerin gekommen.

Heute kann ich sagen, ich bin dankbar für all diese Erfahrungen.

 

MAMA Revolution: Wie arbeitest Du mit Müttern, die ein Kind verloren haben oder die Angst vor der Geburt haben?

Anita Niedersberger: Ich lasse mir von meinen Klientinnen ihre Geschichte erzählen. Durch das Gespräch und die Erzählungen kommt man an das tiefer sitzende Thema. Meistens sind es Themen, die schon die vorangegangenen Generationen erlebt haben, sprich Mutter, Großmutter, usw.

„Die Angst  vor der Geburt wird durch Medien, Ärzte aber auch im Freundes– und Familienkreis geschürt.“

Da setze ich mein Wissen als Mutter, Mentorin und bestimmte Heiltechniken ein. Ich wäre manchmal froh gewesen, jemanden in diesen Zeiten zur Seite zu haben, nicht nur meinen Partner. Oft braucht man einfach eine Frau als Unterstützung, die diese Erfahrungen oder Erlebnisse selbst gemacht hat, und einen dadurch auffangen kann.

 

MAMA Revolution: Kürzlich hast Du einen erfolgreichen Vortrag über das innere Kind gehalten. Was ist Deine zentrale Botschaft, die Du gerne vermitteln möchtest?

Anita Niedersberger: Es war für mich mein allererster Vortrag. Er lautete  “Der Weg zurück zum inneren Kind“. Ich hatte großen Bammel. Als ich aber sah, dass viele werdende Mütter im Raum waren, sprach ich einfach drauf los. Im Nachhinein war ich selbst über mich erstaunt. Alles, was ich mir vorher zurechtgelegt und aufgeschrieben hatte, brauchte ich nicht mehr.

Gerade in der Schwangerschaft kommt so viel von Außen auf uns zu. Jeder möchte uns Ratschläge geben, was man machen soll, darf, was wichtig ist. Das ist gerade in dieser sensiblen Phase des Lebens nicht förderlich für die Mutter, den Vater und das Ungeborene, denn all diese Dinge nimmt auch das Ungeborene auf.

„Meine Botschaft an alle werdenden Mütter ist: Geht Euren Weg und hört auf Eure eigene Intuition.“

Nehmt Hilfe in Anspruch von einer Person Eures Vertrauens, die auf diesem Gebiet Erfahrungen hat. Tragt es nicht alleine aus, das ist nicht der Weg. Wichtig ist mir auch, die Väter nicht im Regen stehen zu lassen, sondern sie an allem teilhaben zu lassen. Geburt ist auch ein Teil von ihnen, wenn sie bereit dazu sind. Natürlich ohne Zwang, denn sonst entsteht Druck.

 

MAMA Revolution: Es kommen regelmäßig neue Klientinnen zu Dir, obwohl Du online noch gar nicht richtig aktiv bist? Was tust Du, um neue Kunden zu gewinnen?

Anita Niedersberger: Ich spreche offen und ehrlich über meine Arbeit, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Einige finden durch Mundpropaganda den Weg zu mir oder sie haben meinen Namen in einem Gespräch gehört. Momentan kommen rund 5 Klienten pro Woche zu mir, die ich alle über Weiterempfehlungen gewonnen habe. Ich verspüre gerade kein Bedürfnis, online gehen zu müssen. Die Zeit wird kommen, in der ich online richtig sichtbar bin, aber das darf noch wachsen, sowie ich mit jedem neuen Klienten wachse. Außerdem habe ich mich dafür geöffnet, auch zu den Klienten direkt hinzufahren.

 

MAMA Revolution: Was sind Deiner Meinung nach die drei wichtigsten Punkte, die das 1-zu1-Geschäftsmodell (die Arbeit in Einzelsitzungen) erfolgreich machen?

Anita Niedersberger:

  •  Authentisch sein und ehrlich zu sich selbst. Aus den eigenen Lebenserfahrungen schöpfen und diese auch aufgearbeitet zu haben. Das war ein ganz wichtiger Punkt für mich, dass ich erst meine Themen aufarbeiten darf, um mit Klienten zu arbeiten.
  • Der Rückhalt von Familie und Partner.
  • Die eigenen Visionen umsetzen und im Vertrauen bleiben.

 

MAMA Revolution: Du hast drei Kinder im Schulalter, bist in der Firma Deines Mannes tätig und baust nebenher Deine eigene Praxis erfolgreich auf. Wie schaffst Du das? Was organisierst Du Deine Zeit und Deine Aufgaben?

Anita Niedersberger: Sobald die Kinder in der Schule sind, fahre ich in die Firma meines Mannes, das ist drei Mal die Woche vormittags. An den anderen beiden Tagen habe ich von 9 bis 13 Uhr Sitzungen. Unsere Kinder sind bis 16 Uhr in der Schule. Ab da ist Kinderzeit, außer ich habe Abendtermine in meinem Behandlungsraum oder direkt bei den Klienten. Am Wochenende arbeite ich nur, wenn ich ein Seminar gebe. Es gelingt nur, weil ich einen wundervollen Partner habe, der mich voll und ganz unterstützt.

 

MAMA Revolution: Was empfiehlst Du Müttern, die mit wenig Zeit viel erreichen wollen?

Anita Niedersberger: Sich keinen Druck machen, die eigene Vision wirklich leben, und sich Unterstützung holen, wenn nötig. Ich mache das auch. Gut ist es, alle Termine so zu legen, dass man nicht selbst auf der Strecke bleibt, und die Familie auch nicht. Nicht versuchen, es immer allen recht zu machen, sondern es sich selbst recht machen! Dann geht es allen gut. Und: Es dürfen auch die Kinder mithelfen.

 

MAMA Revolution: Gibt es sonst noch etwas, dass Du den Leserinnen von MAMA Revolution gerne mitteilen möchtest?

Anita Niedersberger: Jede Mutter kann es schaffen sich ein eigenes Business aufzubauen. Habt den Mut dazu. Es funktioniert auch mit Kindern, ob mit einem oder mehreren. Traut Euch und werft Eure Ängste und Zweifel über Bord. Man braucht keine Millionen dazu. Man braucht eine Vision und die Bereitschaft zu handeln, dann ist schon die Hälfte des eigenen Business da.

Dir, liebe Sandra, möchte ich von ganzen Herzen danken für die Ernennung zur Mompreneur des Monats und Deine wundervolle Unterstützung bei den Coachings, die immer sehr hilfreich sind. Ebenso wie Deine Blogs und wie die Beiträge der anderen Frauen. Mach weiter so.

 

MAMA Revolution: Vielen Dank, Anita, für dieses tolle Gespräch und alles Gute für Deine Zukunft!

Anita kann unter www.shayeen.at  im Internet gefunden werden Außerdem möchte Sie allen Leserinnen ihre Diplomarbeit über Schwangerschaft und Geburt zur Verfügung stellen. Einfach klicken. 

 

Jetzt möchten Anita und ich natürlich gerne Deine Meinung erfahren. Kannst Du Dir auch vorstellen, Dein Business zu großen Teilen offline aufzubauen? Und wie sieht es mit dem Thema Schwangerschaft und Geburt aus? Wer hat Dir geholfen? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Wir freuen uns auf Dich in den Kommentaren!