Wenn Du als Mama mit eigenem Business zuhause arbeitest, kennst Du wahrscheinlich das Pattex-Problem: Sobald Du für zwei Stunden an den Computer willst, trommeln kleine Hände hartnäckig an Deine Zimmertür. Oft hilft es klare Grenzen zu kommunizieren. Manchmal ist etwas anderes gefragt. Hier erkläre ich Dir eine einfache Methode, mit der Du selbst dann entspannt bleibst, wenn Deine Pläne vollkommen durchkreuzt werden.

Frust oder Freude. Das ist eine Entscheidung, die Du jeden Moment selbst triffst.

Normalerweise arbeite ich vormittags von 9 bis 13 Uhr, wenn meine Tochter im Kindergarten ist. Doch letztens wollte sie partout nicht mehr dorthin gehen. Ein Nachbar hatte mit Gewehrschuss damit gedroht, unsere Hündin Tammy zu erschießen und dieses Gefühl der Bedrohung musste meine Tochter erst mal verarbeiten.

In diesen Tagen stellte ich meine „heilige Arbeitszeit“ selbstverständlich hinten an. Einerseits war ich dankbar diese Freiheit zu haben. Andererseits spürte ich eine zunehmende Unzufriedenheit, weil ich jetzt ständig zwischen Laptop und Kinderzimmer hin und her sprang und das Gefühl hatte, weder meiner Tochter noch meinen anstehenden Projekten richtig gerecht zu werden. Da ich aber in diesem gestressten Zustand keine wirklich gute Unterstützung für meine Tochter sein konnte, wollte ich meine Unzufriedenheit schnell überwinden.

Dein Seelenfrieden hängt von den Fragen ab, die Du Dir stellst.

Aus meiner Arbeit als Coach weiß ich, dass die Qualität der Fragen, die wir uns stellen, großen Einfluss auf unser Lebensgefühl hat. Denn das menschliche Gehirn sucht immer nach den passenden Antworten, und das ganz wertungsfrei.

Mit einer Frage wie „Warum habe ich nie genug Zeit?“ lenkt man das Bewusstsein automatisch in eine kraftlose „Weil du viel zu viel vor hast“-Richtung. Fragt man sich stattdessen „Was ist der nächste Schritt, um vorwärts zu kommen?“ forscht das Gehirn nach entsprechend konstruktiven Möglichkeiten.

Wenn Du unzufrieden bist, dann frage Dich: Was könnte es noch bedeuten?

Ich besitze ein wachsendes Repertoire an „bewusstseinserweiternden“ Fragen, die ich verwende, um meinen Klientinnen neue Perspektiven zu eröffnen. Oft reicht es den eigenen Blickwinkel nur um wenige Grad zu verschieben, um völlig neue Einsichten und Gefühle zu generieren.

Besonders wirkungsvoll in frustrierenden oder stressigen Umständen ist die Frage: Was könnte es noch bedeuten? Diese fünf kleinen Wörter helfen, den Beschwerdemodus zu verlassen und der entsprechenden Situation eine kraftvolle Interpretation zu verleihen.

Diesmal war ich die Klientin. „Okay“, sagte ich zu mir selbst, „ich werde langsam unzufrieden, weil so vieles unerledigt bleibt und ich mich zwischen meiner Tochter und
meinen Projekten hin und her gerissen fühle.“ Dann stellte ich mir die Frage: „Was könnte es noch bedeuten, dass ich in dieser Situation bin?“

Die Antworten, die mir daraufhin einfielen erleichterten mich augenblicklich:

„Es bedeutet, dass ich meiner Tochter einen sicheren Raum gebe, in dem sie lernt, konstruktiv mit Angst umzugehen.“

„Es bedeutet, dass ich die Freiheit habe, mein Kind bei mir zuhause zu lassen.“

„Es bedeutet, dass wir gemeinsame Zeit geschenkt bekommen.“

Aus dieser Perspektive fühlte sich alles ganz anders an. Ich war nicht mehr unzufrieden mit mir, sondern berührt von der Liebe für meine Tochter.

Die 4-Fragen-Methode für Gelassenheit und Lebensfreude, die Du überall anwenden kannst und die sofort wirkt.

Was auf der einen Seite anstrengend, chaotisch oder ungeplant erscheint, hält immer ein Geschenk verborgen. Die große Kunst ist, den Segen einer Herausforderung schon dann zu verstehen, wenn man noch mitten drin steckt.

Mit dieser Methode wird es Dir in Zukunft gelingen. Es geht ganz einfach. Du musst nichts weiter tun als Dir selbst die folgenden vier Fragen zu stellen. Versuchs gleich mal aus und mach direkt mit. Es dauert maximal zwei Minuten.

  1. Welche Situation in Deinem Leben macht Dich gerade unzufrieden? (Dass ich noch nicht mal mehr alleine aufs Klo gehen kann.)
  2. Was fühlst Du dadurch? (Frust, Ärger, Stress)
  3. Was könnte es noch bedeuten? Nenne drei weitere Möglichkeiten. (Dass ich bedingungslos geliebt werde.)
  4. Was fühle ich jetzt? (Erleichterung, Freude)

Herzlichen Glückwunsch!!!

Ich habe in meinem ganzen Leben noch keine Situation erlebt, die nicht für irgendetwas gut war. Im Grunde ist es so einfach glücklich zu sein.

Welche Wege kennst Du noch, um Herausforderungen zu meistern? Welche Erfahrungen hast Du gemacht, von denen andere Mamas profitieren könnten?

Ich freue mich über einen Kommentar von Dir