Kennst Du diese Situationen, in denen man sich plötzlich klein fühlt und nicht aus der eigenen Haut kommt? Als reflektierte Unternehmerin suchst Du die Ursachen dafür wahrscheinlich in Dir selbst. Doch manchmal liegt Dein Unwohlsein schlichtweg an Deinem Gegenüber. Erfahre hier, wen Du ohne schlechtes Gewissen aus Deinem Umfeld entlassen darfst.

Es ist eine meiner Grundüberzeugungen, dass jeder Mensch und jede Situation in meinem Leben ein Spiegel von mir selbst sind.

Wenn mir mein Gegenüber beispielsweise wenig Wertschätzung entgegen bringt, dann frage ich mich automatisch:

  • „Okay, wo bringe ich mir selbst keine Wertschätzung entgegen?“
  • „Wer in meinem Leben bekommt nicht genug Wertschätzung von mir?“

Das ist eine Technik, die mir schon einige Einsichten über mich selbst geschenkt hat.

Ich habe eines Tages aber auch beschlossen, dass ich sie nicht bis zum Exzess ausführen werde.

Das heißt, wenn ich mich in Gegenwart einer bestimmten Person konstant unwohl fühle, dann nehme ich mir trotz aller Wachstumsmöglichkeiten das Recht, sie aus meinem Leben zu verbannen.

 

„Es gib keinen Grund in der Gegenwart von Menschen zu bleiben, die Dir nicht wohlgesonnen sind.“

 

Diese Einstellung ist das Ergebnis eines Semesterferien-Jobs in Spanien, den ich nach 48 Stunden abrupt beendete.

Es war in meiner Uni-Zeit und ich wollte für ein paar Wochen in einem Ferienclub in der Gästebetreuung arbeiten.

Meine ersten Einsätze waren die Begrüßung von zig Anreisenden, die wie Ameisen aus drei Bussen strömten und Tänze am Pool. Wir sollten jubeln, winken und mit den Hüften wackeln.

Nichts gegen ein schönes Unterhaltungsprogramm, aber ich kam mir unter all den lauten Animateuren extrem fehl am Platz vor.

Das Ganze spitzte sich zu, als mir der spanische Chef-Animateur am zweiten Tag klar machen wollte, dass ich am Abend zu einer Privatbesprechung in sein Zimmer kommen müsste.

 

Selbstachtung kommt vor allen beruflichen Verpflichtungen 

 

Fürchterlich unglücklich über meine Sommersituation, zog ich mich in das minikleine, fast fensterlose Zimmer zurück, in das man mich zusammen mit einer anderen jungen Frau einquartiert hatte.

Hilfesuchend schlug ich ein spirituelles Buch auf, das ich seit einiger Zeit überall mit mir rumschleppte. Dort stand:

„Es gib keinen Grund in der Gegenwart von Menschen zu bleiben, die Dir nicht wohlgesonnen sind.“

Das war mein Freibrief.

Binnen Momenten packte ich alle meine Sachen wieder zusammen und saß wenige Stunden später – völlig erleichtert – im Flieger zurück nach Deutschland.

Klar, ich hätte mich durchbeißen können. Die 6 Wochen wären schon irgendwie ins Land gezogen. Und vielleicht hätte mich die Konfrontation mit dem Chef-Animateur stärker gemacht.

Ich glaube aber, dass ich noch viel mehr daraus gelernt habe, meinem innersten Impuls zu folgen und meine Selbstachtung ÜBER meine berufliche Verpflichtung dem Club gegenüber zu stellen.

 

Mit diesen 3 Zweifelmachern solltest Du nicht kooperieren

Auf die richtige Chemie zwischen Dir und einem anderen Menschen zu achten wird besonders wichtig, wenn Du Beziehungen eingehen willst, die langfristig Bedeutung für Dich haben sollen.

Neben den Menschen in Deinem privatem Umfeld gilt das beispielsweise für die Teilnehmer einer Mastermind-Gruppe oder Netzwerk-Partner.

Solche Kooperationen sollen Dich stärken und voran bringen. Wenn die Wellenlänge stimmt, dann können die Funken sprühen und die Ideen fliegen. Mit den „falschen“ Personen kann das Gegenteil passieren. Vielleicht hört sich alles ganz toll an, aber Du fühlst Dich trotzdem nicht beflügelt und zweifelst an Dir.

Deswegen achte bei Deinen Entscheidungen auf die typischen Merkmale von Zweifelmachern.

 

Zweifelmacher 1: Die verunsichernde Fassade

Manchmal ist es wie verhext. Du sprichst mit einem Menschen, der zentriert, mit sich selbst im Reinen und erfolgreich zu sein scheint.

Doch statt davon inspiriert zu werden, wächst in Dir plötzlich dieses „Ich bin so unwichtig“ Gefühl.

Wie kann das sein?

Meine These ist: In Gegenwart von wahrhaft selbstsicheren Menschen fühlst Du Dich automatisch gestärkt.

Wenn dieser Effekt nicht stattfindet, dann heißt das: Das große Selbstbewusstsein des anderen ist zum Teil nur Fassade.

Dein eigenes Unsicherheitsgefühl ist eine Reaktion auf die Unsicherheiten Deines Gegenübers.

In der Psychologie wurde dieses Phänomen mit Gefühlsübertragung oder Gefühlsansteckung bezeichnet.

 

Zweifelmacher 2: Die empathische Egozentrikerin

Dieser Typus kommt auch reflektiert und erfolgreich rüber. Das macht sie anhand von eigenen, nicht unbedingt unsympathischen Aussagen klar.

Das Problem ist nur, dass sie trotz aller Reflektiertheit so gut wie gar kein echtes Interesse an Dir hat.

Sie nutzt Deine Aufmerksamkeit gerne, um breit und ausführlich über ihre letzten durchschlagenden Erfolge oder Selbst-Erkenntnisse zu erzählen.

Doch sobald Du im natürlichen Gesprächsfluss an der Reihe bist, kommentiert sie Deine wenigen Worte nur mit kurzem Nicken und verwendet sie als Anknüpfungspunkte für weitere Schilderungen über sich selbst.

 

Zweifelmacher 3: Die freundliche Unterdrückerin

Ähnlich wie bei bei Typ 1 und Typ 2 bekommst Du nicht das, was Dir an der Oberfläche versprochen wird.

Die freundliche Unterdrückerin kann hilfsbereit und zuvorkommend sein, im entscheidenden Moment zieht sie Dich allerdings runter.

Das macht sie, indem sie beispielsweise umgedrehte Komplimente gibt:

„Was, es haben nur 8 Personen an Deinem Webinar teilgenommen. Da hätte ich bei jemandem wie Dir aber mehr erwartet.“

 

Ich denke nicht, dass hinter dem Verhalten dieser drei verschiedenen Typen böse Absichten liegen. Sie haben selbstverständlicherweise ebenfalls liebe, einzigartige und wunderbare Seiten.

Doch Du bist diejenige, die im Managen von Kindern, Familie und Business mit ihren Kräften haushalten muss.

Da draußen gibt es viele Menschen, die Dein Selbstbewusstsein, Deine Kreativität und Dein berufliches Wachstum als gleichwertige Partner unterstützen können.

Es ist Dein Grundrecht, Dich für diese Menschen zu entscheiden.

 

Jetzt bin ich gespannt. Was ist Dir im Umgang mit anderen Menschen besonders wichtig? Was gibt Dir Kraft? Was raubt Dir Kraft? Die anderen Mamas und ich freuen uns sehr, wenn Du Deine Erfahrungen mit uns teilst. Bis gleich in den Kommentaren 🙂